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Österreich: Die Provinz und ihre Dämonen

Aus einem lesenswerten Artikel der Presse am Sonntag:

"...

Dass ?brigens eine bestimmte Tageszeitung von fast der H?lfte aller ?sterreicher gelesen wird, setzt der unseligen Sehnsucht nach der Majest?t die Krone auf. Und dass just dieses Medium in ?sterreich kein Einwanderungsland erkennen kann und eine an sich offene Gesellschaft mit xenophobem Trommelfeuer belegt, ist das Werk eines anderen D?mons, der sich aus der Zeit her?bergerettet hat, als Arier noch etwas galten. Derselbe sitzt im ORF-Zentrum auf dem K?niglberg und sorgt daf?r, dass der Bildschirm ja kein Spiegel der l?ngst realen Multi-Ethnizit?t wird. Jeder achte Mensch in ?sterreich hat einen Migrationshintergrund ? au?er er arbeitet vor einer ORF-Kamera. Jenem Unternehmen ?brigens, das dem Land zumindest im Fernseh-Hauptabend fast alles verweigert, was die Menschheit intellektuell erleuchten und emotionell erheben k?nnte. Als feudalistischer Restposten kann der ORF das tun, ohne von wirklicher Medienpolitik behelligt zu werden.

?sterreichs Geburtenrate ist seit Jahren deutlich negativ. Dass f?r Zuwanderung das Innenministerium allein, sprich die Polizei zust?ndig ist, hat ein b?ser Geist mit Sinn f?r Humor angelegt: Das ist so, als lie?e sich ein gro?es Kaufhaus gegen?ber seinen Kunden allein durch den Hausdetektiv vertreten, als st?nde die Schweizer Garde f?r den ganzen Vatikan, als w?rde man Tierschutz J?gern und Fleischhauern ?berlassen.

Um so viel Majest?tsh?rigkeit zu erhalten, wurde auf der anderen Seite ein gigantischer Demokratie-Spielplatz eingerichtet: Ein Land, kaum gr??er als Bayern, das sich hartn?ckig in neun weitere Bundesl?nder dividiert, ist von allen guten Geistern verlassen. Und selbst die B?sen sind ?berfordert, wenn in den l?cherlichsten Bereichen neun ?hnliche, aber doch unterschiedliche Gesetzgebungen exekutiert werden. Es ist ?konomischer und organisatorischer Aberwitz, diese Apotheose der Provinz aufrechtzuerhalten. Mit Landesf?rsten, deren Eigenmachterhalt sich vor allem aus ?ffentlich ge?u?erten Ressentiments gegen eine Bundesregierung n?hrt, die wiederum 80 Prozent aller Gesetze aus Br?ssel ?bernehmen darf.

Wie sollte ein Land, in dem ein Hundef?hrschein ?berhaupt diskutiert statt legislatiert wird, seine ?berf?llige Bildungsreform zustande bringen? Zumal alles, was wirkliche Elite ist, hierorts einem missg?nstigen Generalverdacht ausgeliefert ist. Bewunderung sei eine gesunde Form der Erregung, hat Hans Magnus Enzensberger so herrlich gesagt. Der ?sterreicher ist im Klagen viel besser.

..."
16.3.10 13:23
 


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